Die Zensur in Polen nach dem 1. Weltkrieg
Zivile Postsendungen mit Zensur

Vortrag von Stefan Petriuk auf der Mitgliederversammlung am 15.05.2004
Teil 1: Feldpost mit Zensur
Teil 3: Lokale Zensurpost während des Posener Aufstandes

Einschreibekarte von CHYBI (CHYBIE) vom 22.Oktober 1919 mit einem weiterverwendeten österreichischen R-Zettel und Tagestempel. Daneben ein runder Zensurstempel CENZURA B. 2. von Bielsko. Nach meinem Wissen, handelt es sich hierbei um ein Einzelexemplar.
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Brief aus BIELITZ (Bieslko) vom 22. Dezember 1919 mit einem B 2 Zensurstempel, ebenfalls im Kreis. Dieser Zensurstempel ist aus der zeit November bis Dezember 1919 bekannt.
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Einschreibebrief mit einem inzwischen polnischen Tagesstempel aus BIELSKO 1 vom 21. März 1922 mit einem Verschlusszettel aus Formularpapier - innen, auf dem Verschlusszettel erscheint in Deutsch spiegelbildlich das Wort „Zollfrei“. Auf dem Verschlusszettel ein Aufdruck „poddano cenzurze“ auf  der Vorderseite – Der Zensur unterzogen - .
Auf der Rückseite wurde der Ovalenzensurstempel in schwarzer Farbe abgeschlagen „Urząd dozoru korespondencji / kierownik / * BIELSKO.* (Überwachungsamt für Korrespondenz / Leiter / BIELSKO). Es ist nur dieser Brief mit so einem Zensurstempel und Zettel bekannt. Porto: laut Porto vom 1.9.1921 - Brief 25 Mk und Einschreiben 25 Mk.
Eine Postkarte von CZESTOCHOWA vom 3. März 1921 mit einem Zensurstempel: Militärische Abfertigung der Korrespondenzkontrolle in Czestochowa. Ein ähnlicher Zensurstempel wurde ebenfalls in Sosnowice verwendet. Beide Stempel befinden sich in meiner Sammlung und sind nur in je einem Exemplar bekannt.
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Bei diesem Zensurstempel, aber auch bei dem sehr ähnlichen Stempel von Czestochowa liegt die Vermutung nah, dass es sich dabei um Zensurstellen handelt, die das polnische Militär deswegen eingerichtet hatte um die von und nach Deutschland ausgehende Post während der laufenden Vorbereitung der Volksabstimmung in Oberschlesien zu beobachten.
Dabei muss erwähnt werden – die Karte wurde am 3. März 1921 geschrieben – einige Tage später, am 13. März richtete das polnische Militär in Krakau einen Militärstab ein, der Abwehrmaßnahmen gegen eventuelle deutsche Aktionen vorbereiten sollte.
Am 3. Mai 1921 brach der 3. Schlesischer Aufstand unter dem Kommando von Korfanty aus.
Einschreibebrief aus Kołomyja vom 3.1.1920 nach New York mit weiterverwendeten österreichischen R-Zettel und Stempel mit Zensur von Kolomyja und einem K 1 aus Krakau. Damit möchte ich nur zeigen, wie weit Polen im Südosten Europas einmal reichte.
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Einschreiben von Stanisławów vom 21. August 1919 mit österreichischen R-Zettel und aptierten ehemals österreichischen Tagesstempel. Neben dem Zensur-Zweizeiler befindet sich auf der Rückseite ein Zensurverschlusszettel. Bisher war dieser Zettel noch unbekannt.

Einschreiben aus Lodz vom 4.Januar 1919. Dieser Brief ist in sofern interessant, als auf den Zensurstempel aus Warschau „Ministerium für auswärtige Angelegenheiten / Kontrollabteilung – Zensiert versenden“, ein Verschlussstreifen des Kaiserlichen deutschen Postamtes in Warschau vorher aufgeklebt wurde. Natürlich auch von der polnischen Zensurstelle.

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Diese oben von gezeigten Zensuren sind ein Gebiet für sich, das eben mit der Volksabstimmung in Oberschlesien in Zusammenhang gebracht werden kann, aber auch mit dem polnisch-ukrainischen bzw. polnisch-sowjetischen Krieg.

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